Dass Digitales Marketing immer wichtiger ist, ist in aktuellen Zeiten diskussionslos. Mag man zumindest meinen, aber die Werbeausgaben im Marketing sind drastisch gesunken, die Arbeitslosenzahlen steigen und gleichzeitig werden immer weniger Jobs auf Jobbörsen ausgeschrieben. Also was soll man nun tun? 

Im Digitalen Marketing in der Schweiz öffnen sich kontinuierlich neue Stellen. Und mit steigender Nachfrage verbessern sich logischerweise auch die Bedingungen für digitale Marketer. Solltest du also mit dem Gedanken spielen, dich weiterzubilden, umzusteigen oder gar in einem neuen Betätigungsfeld Fuss zu fassen, dann stell dir einfach folgende Frage:

DIGITAL! Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wie dir der folgende Artikel zeigen wird, schreit die digitale Welt förmlich nach technisch versierten Marketingmenschen! Was?! Technisch versiert und Marketing? Ja, genau. Oft wird Marketing mit Kreativität gleichgestellt. Wer aber ein Marketingstudium hinter sich hat, der weiss, wie wichtig rationale Analyse und Struktur für Strategie benötigt wird. Im digitalen Bereich wird das Feld mit technischem Fachwissen angereichert. Das im Zusammenhang mit Gestaltungsfreiheit und Innovation fordert. Es geht häufig noch darum Neuland zu betreten, sich und sein Arbeitsumfeld neu zu entdecken, neu gestalten und neu erfinden.     

In der Schweiz sind Marketing Jobs im Aufwind

Wobei das Wort "Aufwind" der derzeitigen Entwicklung im Marketing-Jobsektor kaum gerecht wird. Es handelt sich viel eher um einen "Sturm nach oben". Im Vergleich vor fast 10 Jahren werden >130% mehr Marketing-Jobs ausgeschrieben.  Wer also meint, dass Marketing ein Beruf ohne nennenswerte Zukunft sei, der ist an dieser Stelle um ein Besseres belehrt. Die COVID-19-Krise hat zwar zu einem massiven Rückgang geführt, aber werfen wir hierfür einen Blick auf ein paar Zahlen. In den nachfolgenden Diagrammen seht ihr alle die Entwicklung der Marketing- und Digital-Marketing-Stellen in der Schweiz. Darunter auch solche, die nicht auf Online-Jobportalen ausgeschrieben sind. 

Entwicklung der Marketing Jobs innerhalb der Schweiz | Quelle: marketing-job.ch

 

Die Entwicklung des Marketings in der Schweiz

Man muss anmerken, Marketing ist eine recht junge Disziplin in der Arbeitswelt. Zu Beginn hatte Marketing eher den Ruf, dass es viel kostet, dafür aber wenig bringt. Wurde Marketing im Allgemeinen zu seinen Anfängen noch leicht belächelt, zählt es heute zu den wichtigsten Treibern unserer Wirtschaftsindustrie. Das Konzept, genauer gesagt die Tätigkeit des Marketings hat sich über die Jahre ebenfalls entwickelt. Der Fokus liegt schon lange nicht mehr allein darauf, beispielsweise ein Produkt schön aussehen zu lassen. Es geht also nicht nur um Branding. Marketing beschreibt mittlerweile die Kunst, die Bedürfnisse der Endkonsumenten zu entdecken. Dann gilt es aufzuzeigen, wie das Produkt diese befriedigen kann und es über verschiedene Kanäle dementsprechend zu vermarkten.

Die Entwicklung der Werbeausgaben kann man als Gradmesser für die Entwicklung des Marketings nehmen. Im Jahr 2017 haben die Online-Werbeausgaben erstmals so richtig zugelegt, wobei alle anderen Medien verloren haben. Und auch die letzte Krise ist zu erkennen. Das BIP hat in der Immobilienkrise 2009 drastisch abgenommen. Die Werbeausgaben hingegen haben sich zwar reduziert, aber nicht im selben Ausmass.

Entwicklung der Werbeausgaben Netto/BIP | Quelle: werbestatistik.ch

Lasst uns zur aktuellen Situation einen Blick auf die aktuelle Erhebung von Mediafocus werfen. Aktuell sind die Werbeausgaben drastisch zurückgegangen, TV- und Internet-Werbung haben jedoch am wenigsten eingebüsst:


Entwicklung Werbemarkt Schweiz (brutto) | Quelle: Mediafocus

Rückblickend können auf die obere Auswertung können wir hoffen, dass sich der Markt allgemein wieder normalisiert. Digitales Marketing gehört auf jeden Fall nicht zu den grössten Verlierern. Aber lasst uns das Augenmerk wieder auf den Job-Markt legen.

Marketing Jobs halten sich stabil

Anteil der Marketing Jobs im Vergleich zu allen Jobs im Stellenmarkt Schweiz | Quelle: marketing-job.ch


Der Anteil der Marketing-Stellen am Gesamtmarkt ist leicht rückläufig. Dabei muss man bedenken, dass der gesamte Jobmarkt sich um >200 % vergrössert hat. Im Vergleich ist die Schweiz die Anzahl der Erwachsenen in dieser Zeit sogar -1 % rückläufig! Der ausgeschriebene Stellen werden immer Diversifizierter, das heisst das Angebot wird breiter. Neue Jobs werden geschaffen und alte abgeschafft. Marketing hält sich seither ziemlich stabil.

Die Nachfrage nach Digital Marketing Experten steigt!

Entwicklung der Digital Marketing Jobs in der Schweiz | Quelle onlinemarketing-stellen.ch

Seit 2016 erlebt das digitale Marketing einen Schub. Es werden immer mehr Stellen ausgeschrieben und Digitalexperten gesucht. Dass sich an dieser Entwicklung etwas ändern wird, ist kaum zu erwarten. Absolut erleben wir gerade einen Einbruch. Aber wir leben in Zeiten der digitalen Revolution, die unsere Zukunft massgebend gestaltet. Nicht nur was das Arbeiten angeht, sondern vor allem, wie wir in unserem Alltag agieren: E-Learning, Online-Dating, Online-Shopping, Online-Gaming, Tele-Konferenzen, Videotelefonie, etc.

Fakt ist, dass wir im Bereich des digitalen Marketings einen massiven Ausbau erleben. Was 2012 mit circa 100 bis 150 offenen Stellen begann, hat sich bis heute auf circa 400 Stellen erweitert. Das ist ein Anstieg von rund 300 %! In Relation steigt die Anzahl der offenen Marketing-Stellen in der Schweiz kontinuierlich. 

Anteil Digital Marketing Jobs in der Schweiz | Quelle onlinemarketing-stellen.ch

Diese sehr positive Entwicklung steht in Relation zum digitalen Marketing. Dies ist meines Erachtens die signifikanteste und wichtigste Evolution, die es zu beachten gilt.

Im Verhältnis zu den absolut ausgeschriebenen Stellen, kann von Arbeitsplatz-Knappheit im Digital Marketing nicht die Rede sein. Im Gegenteil! Die Anzahl offener Stellen nimmt in diesem Bereich rapide zu. Derzeit finden Interessierte über 2'000 offene Stellen in der Schweiz. Die Grafik offenbart diesbezüglich also einen Trend, auf den wir jetzt reagieren müssen: Obwohl wir im Bereich des Marketings im Allgemeinen eine leicht rückläufige Entwicklung erkennen, geht es in Relation dazu im digitalen Marketing weiterhin steil nach oben, wie beim Kombinieren der Entwicklung des Anteils deutlich wird:

Kombination Entwicklung und Anteil der Digital Marketing Jobs in der Schweiz | Quelle onlinemarketing-stellen.ch

Unternehmen, die sich nicht auf diese Entwicklung einstellen, sind bereits im Hintertreffen und haben auf lange Sicht kaum eine Chance. Das trifft allerdings nicht nur auf Firmen zu, sondern auch auf uns. Auf dich. Auf mich. Auf alle, die sich im Marketingbereich weiterentwickeln und auf lange Sicht etablieren möchten.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die aktuelle Nachfrage an Digitale-Fachkräften kein Hype, sondern noch immer ein anhaltender Trend ist.

Die komplette Grafik als Übersicht der Entwicklung aller Marketing und Digital Marketing Jobs in der Schweiz

Die komplette Übersicht der Entwicklung aller Marketing und Digital Marketing Jobs in der Schweiz | Quelle: marketing-job.ch und onlinemarketing-stellen.ch

Die Jobs im digitalen Marketing gibt es – aber wie steht es mit der Ausbildung?

Genau hier entsteht ein Dilemma. Die Stellen sind da, der Wille vieler neuer Digital-Marketing-Heros ebenso. Doch der Weg dahin führt über die Grundausbildung zum Marketer. Und dieser Weg ist – vor allem im Hinblick auf das Online-Marketing – derzeit noch relativ steinig und schlecht beschildert. Angefangen bei der Lehre im KV, über Marketingfachpersonen bis hin zum Studium Marketing und Betriebsökonomie. Überall ist Digital ein verschwindend geringer Anteil des Stundenplans. Bildlich gesprochen: Man begibt sich nach der Grundausbildung auf den Weg in den digitalen Wilden Westen und bekommt als einziges Tool eine Nagelschere in die Hand gedrückt. Wenn man sich die Jobbeschreibungen ansieht, die Unternehmen an digitale Marketer stellen, wird diese Tatsache geradezu schmerzlich bewusst. Dabei geht es hier keinesfalls darum zu erklären wie Facebook funktioniert oder im Detail auf SEO einzugehen. Es geht mehr darum, dass man die klassischen Theorien und Strategien auf die digitale Welt adaptiert und ergänzt.

Was du an Grund-Skills mitbringen musst

Die Job-Anforderungen im digitalen Marketing sind natürlich stellenabhängig und variieren dementsprechend. Doch einige Grundanforderungen ziehen sich wie ein roter Faden durch fast alle Jobbeschreibungen im Marketingbereich. Zum Beispiel:

  • Abgeschlossenes Studium in Kommunikation, Marketing
  • Mindestens 2 Jahren Berufserfahrung im Digital Marketing
  • Erfahrung im Umgang mit den gängigen Online Marketing-, SEO- sowie Webanalyse Tools, CMS, Fotografie, Video-Erstellung usw.
  • Grafikprogrammen beherrscht man natürlich im Schlaf
  • Social Media kann man nicht nur bedienen, man ist ebenfalls gut im Texten
  • Alle Landessprachen, sowie Englisch fliessend, klar!

Zusammengefasst wird erwartet, dass man folgendes kann:

  • Konzept- und Strategie
  • Projektmanagment- und Redaktionsplanung
  • Kreativ Schreiben
  • Grafische Gestaltung
  • Fotografie
  • Video
  • Datenanalyse
  • Community Management
  • Programmiergrundlagen

Kurz gesagt: die eierlegende Wollmilchsau. Am besten Berufseinsteiger, die noch günstig sind. Was vor allem für Quereinsteiger und/oder Job-Neulinge abschreckend sein mag, ist die vorausgesetzte Berufserfahrung. Es sind aber auch die anderen Voraussetzungen, die man mit einer Grundausbildung kaum abdecken kann. Wer im Wilden Westen des digitalen Marketings erfolgreich sein möchte, braucht weit mehr Tools als die bereits erwähnte Nagelschere. Ein Colt wäre nicht schlecht, ein Feuerstein, eine Kaffeekanne, ein Pferd und fundierte Kenntnisse im Spurenlesen. Mit anderen Worten: Im Online-Marketing musst du in puncto Fachwissen so breit wie möglich aufgestellt sein. Wissen über die Customer Journey ist ebenso wichtig, wie das Verständnis aller Social-Media-Kanäle und viele andere Bereiche, die das digitale Marketing umfassen.

Das heisst, es geht weniger darum Spezialist in den einzelnen Bereichen zu werden, sondern ein Gesamtverständnis zu haben, wann es was braucht und dann auf Augenhöhe mit Partnern und Lieferanten die richtigen Massnahmen zu entwickeln. Denn faktisch können wir gar nicht alle Bereiche abdecken. Das eine ist Kreativ, das andere Logisch. Mal handwerklich, mal Strategisch. Es braucht also T-Shape-Profile, die ein breites Fachwissen verfügen und eine Ausprägung in einem bestimmten Bereich haben.

Und genau an dieser Hürde verebbt der digitale Marketing-Goldrausch vieler Neueinsteiger. Sei dies beim Bewerbungsgespräch oder durch unvorhergesehene Anforderungen im neuen Job, die auf den ersten Blick wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen.     

Aber keine Sorge.

Wie im Wilden Westen gibt es auch im digitalen Marketing alte Trapper, die diese Landschaft kennen, wie ihre Satteltasche. Und die gerne bereit sind, ihr Wissen mit allen mutigen Greenhorns zu teilen, die sich im Online-Marketing etablieren möchten.

Weiterbildung im digitalen Marketing

«Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.»

Dieses Zitat von John F. Kennedy trifft auch bezüglich einer Weiterbildung im Online-Marketing den Nagel auf den Kopf. Und wenn auch der ehemalige US-Präsident bei dieser Aussage wahrscheinlich eher den Staat im Sinn hatte, so lässt sich diese Aussage ebenso auf uns als Individuen münzen. Ohne Bildung findet keine Entwicklung statt. Anstatt dich auf deinem derzeitigen Bildungs- und Erfahrungsstand auszuruhen und in Vogel-Strauss-Manier den Kopf in den Sand zu stecken, ist es 1000 Mal sinnvoller, sich jetzt in puncto Marketing & Digital Marketing neues Wissen anzueignen. In Sachen Weiterbildung stehen dir zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung.

YouTube, Podcasts, Blogs & Co.

Bevor du dich Hals über Kopf bei teuren Workshops und/oder Seminaren anmeldest, sondier erstmal die Lage. Digitales Marketing im Besonderen und Marketing im Allgemeinen sind sehr komplexe Themen mit vielen verschiedenen Herangehensweisen und Ansichten. Im Netz findest du massenhaft Videos, Blogbeiträge und Podcasts, die dir Einblicke verschaffen, dich zur Weiterbildung animieren und im optimalen Fall fundiertes Wissen vermitteln. Ein Positiv-Beispiel gefällig? Dann schau zum Beispiel mal auf unserem BEYONDER YouTube-Kanal vorbei. Hier möchten wir in Zukunft nicht nur praktische Marketing-Tools vorstellen, sondern Marketing von allen Seiten her beleuchten. Im Podcast von BEYONDER oder auch im MarketingRealTalk versuche ich seit einem Jahr immer wieder Weiterbildung im Marketing mitzugeben. Oder natürlich auch verschiedene Blogs, die du regelmässig lesen solltest. ;-) Natürlich findest du hier im BEYONDER-Blog auch spannende Inhalte.

Workshops, Trainings & Seminare

Eine gute Nummer intensiver und in der Regel auch effektiver ist es natürlich, direkt von einem Marketing-Experten in der Schweiz zu lernen. Wenn du hierzu etwas im Internet stöberst, dann stösst du im Handumdrehen auf zahlreiche Angebote. Online-Kurse und Webinare sind eine grossartige Alternative, wenn du dich privat weiterbilden möchtest und der Kurs nicht mit deiner Arbeitszeit kollidieren soll. Nimm dir reichlich Zeit bei der Auswahl des Kurses. Schau dir viel eher den Coach und das Kursprogramm an und stell dir folgende Fragen:

  • Wie kommt er oder sie auf Videos rüber?
  • Wie steht es mit der Fachkompetenz?
  • Stimmt die Chemie?
  • Ist der Kurs stimmig und ineinander übergreifend strukturiert?

Studiengänge an Fachhochschulen

Hier überlässt in du puncto Weiterbildung im digitalen Marketing nichts dem Zufall. In der Schweiz bieten zahlreiche Fachschulen, Business Schools und Universitäten fundierte Studiengänge zum Thema an. Ein perfektes Beispiel hierfür ist der Nachdiplom-Studiengang Digitales Marketing am «zB. Zentrum Bildung» in Baden, für alle die bereits ein Grundstudium in Marketing oder Betriebsökonomie in der Tasche haben. Drei Fachmodule mit jeweils ungefähr 100 Lektionen pro Modul erstrecken sich über zwei Semester. Breiter und vor allem tief genug lässt es sich kaum über ein Thema lernen! Dafür gehst du im Anschluss dann aber auch als Dipl. Digital Marketing Manager, was vergleichbar mit einem Bachelor sein wird. Damit ist man garantiert erfolgreich bei der Jobsuche. Am Bachelor Business Communication an der HWZ bin ich übrigens auch im digitalen Bereich unterwegs.

Lehrgänge an Privatschulen

Diverse Schulen veranstalten Lehrgänge zu speziellen Themen. Manchmal nur wenige Tage, teilweise mehrere Wochen. Ich unterrichte unter anderem am MAZ, der Schweizer Journalistenschule oder der SGO.

Mach dich fit

Ich hoffe, dass ich dich mit diesem Artikel motiviert habe, dich in Richtung digitales Marketing weiterzubilden. Wenn du Fragen und/oder weiteren Input zum Thema hast oder du bereits gemachte Erfahrungswerte deiner Weiterbildung / Jobsuche teilen möchtest, dann schreibe uns. Und wenn du weiterhin auf dem Laufenden in Bezug auf die neusten Zahlen bleiben möchtest, dann gib uns ein Feedback!

Ich freu mich schon darauf!

Die Statistiken über die Marketingstellen wurden mit freundlicher Unterstützung von marketing-job.ch und onlinemarketing-stellen.ch zur Verfügung gestellt.