AI in der digitalen Kunst: Das Ende eines Handwerks?

12.4.2024
Lesezeit: 9 Minuten

Entdecke die spannende Schnittstelle von KI und Kunst mit Katrin Federer! Ist KI Künstler oder Werkzeug? Karthin Federer öffnet dir die Tür zu ihrer Adobe-geprägten Reise und den facettenreichen Debatten um AI-generierte Kunst.

Artikel als Podcast hören

Inhalt auf einen Blick

Inhalt auf einen Blick

  1. Digitale Kunst ist Teil des AI Marketings
  2. Macht AI die digitale Kunst kaputt?
  3. KI-Kunst aus Sicht der Betrachter:innen
  4. Die Verwendung von AI-Kunst aus geschäftlicher Sicht
  5. Der beste(?) Umgang mit KI in der Kunst
  6. Mein Fazit zum Thema «KI in der Kunst»

Digitale Kunst ist Teil des AI Marketings

Dass digitale Kunst wunderschöne Blüten treibt und teils an Kreativität kaum zu toppen ist, das beweisen nicht zuletzt die fantasievollen Bilder von Katrin Federer. Ihre Kunstwerke sind von der Natur, dem urbanen Flair von Grossstädten, Zoobesuchen und Tagträumen inspiriert. Zum Leben erwachen die Bilder aber allesamt auf ihrem Computerbildschirm. Ihre Go-To-Tools sind als Adobe Community Expertin primär Photoshop und Illustrator sowie verschiedene Plug-ins wie beispielsweise Luminar NEO und The Pro Panel.

Und – seit dem letzten Sommer – künstliche Intelligenzen. Wobei diese künstlerische Liaison eher holprig anfing. Katrin hat sich vor circa einem Jahr fast schon notgedrungen mit Midjourney befasst. Ihre Begeisterung hielt sich – um es vorsichtig auszudrücken – in Grenzen. Natürlich war ihr schon damals klar, dass AI nicht nur im Marketing, sondern in fast allen Bereichen unseres Daseins eingreifen wird. Dazu zählt auch die Kunst.

Katrin ist mit ihrer Kunst so erfolgreich, weil sie sich nicht verschliesst. Die digitale Welt wandelt sich fortlaufend und die digitale Kunst passt sich diesem Prozess an. Daher war ihr mit dem ersten KI-Kontakt klar, dass sich auch diese Entwicklung auf ihre Kunst auswirken wird. Und genau das tut sie. Katrin nutzt KI für Ihre Kunstwerke. Aber nicht ausschliesslich. Ihr Hauptwerkzeug bleibt ihre eigene Kreativität. KI ist nur ein weiterer Pinsel, dem sie sich bedient.

In diesem Kontext lassen sich meines Erachtens sehr starke Parallelen zum AI Marketing ziehen. Die Website von Afri Cola ist hierfür ein fast schon extremes Paradebeispiel. Dennoch legt auch bei dieser komplett von KI generierten Website die menschliche Kreativität den Grundstein. Und das wird auch so bleiben.

Glaube ich zumindest.

Macht AI die digitale Kunst kaputt?

Es gab tatsächlich schon Kunstwettbewerbe, bei denen Künstler:innen gegen eine KI angetreten sind und den Kürzeren gezogen haben. So zum Beispiel in den USA. Hier gewann Midjourney mit dem Bild «Théâtre D'opéra Spatial» in der Kategorie «Digital Arts/Digitally Manipulated Photography».

(Quelle: https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/technik/ki-generiertes-bild-gewinnt-kunstwettbewerb-13376617 )

Ist das der daraufhin so oft diskutierte und immer wieder angemahnte Tod der Kunst? Katrin hat damals tatsächlich ihre Kunst in Gefahr gesehen. Allerdings nur kurz. Zum einen überzeugen sie die KI-generierten Bilder auch heute noch nicht. Zum anderen ist die KI-Kunst ein Produkt, das für die breiten Massen kreiert ist. Ihr Ziel ist es, so vielen Menschen wie möglich zu gefallen.

Echte Kunst ist aber kein Konsumgut. Echte Kunst regt zum Nachdenken an, löst Konflikt aus und fungiert als Gleichmacher. Kunst ist individuell. Sowohl aus Sicht der Betrachtenden als auch aus der Sicht der Erschaffenden.

Und dennoch bringt es laut Katrin nichts, sich als Künstlerin vor AI zu verschliessen. KI lernt ihrer Natur gemäss hinzu und wird besser. Es macht Spass, mit KI zu spielen und zu sehen, was alles im Bereich der digitalen Kunst damit möglich ist.

KI-Tools werden die digitale Kunst nicht töten. Aber zumindest verwässern. User:innen müssen kein Verständnis von Bildkomposition, Ästhetik oder Farbenlehre haben, um von KI ein Bild generieren zu lassen. Sie müssen lediglich in der Lage sein, gute Prompts zu schreiben. Wobei das ja auch irgendwie eine Kunst ist.

KI-Kunst aus Sicht der Betrachter:innen

Dass AI im Marketing verwendet wird, um beispielsweise Slogans zu kreieren, einfachen Code zu schreiben oder Logos zu designen, ist für viele Menschen voll OK. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn sie vor Kunst gestellt werden, die mithilfe von AI kreiert wurde.

Katrin teilt ihre Erfahrungen mit KI in der Kunst auf ihren Social-Media-Kanälen. Vor allem auf LinkedIn und Instagram gibt sie Tipps und Hilfestellungen. In diesem Rahmen postete sie eines ihrer Bilder, das teilweise mit KI kreiert wurde. In Konsequenz verlor sie einige, darunter auch langjährige Follower. Die Verwendung von KI kommt für manche Kunstliebhaber:innen fast schon einem Verrat gleich. Diese negativen Vibes gegenüber AI schwingen durch die gesamte Kunstszene.

Dabei lässt es sich laut Katrin relativ einfach feststellen, ob ein digitales Kunstwerk mit oder ohne KI kreiert wurde. Die Künstler:innen nehmen die Welt in Formen wahr, die AI arbeitet mit Pixeln. Dieser Unterschied macht sich besonders bei Landschaftsbildern bemerkbar, wenn man sich die einzelnen Bildkomponenten genauer anschaut. In der abstrakten Kunst sind die Unterschiede auch für geschulte Augen dagegen kaum noch erkennbar.

Die Verwendung von AI-Kunst aus geschäftlicher Sicht

Auch hier lässt sich der Bogen zum AI Marketing spannen. Ich muss nicht lange in die Vergangenheit blicken, als die Erstellung eines Logos noch mit sehr viel zeitlichen und finanziellen Aufwand einherging. Das hat sich mit KI-Tools um ein Vielfaches reduziert. Klar ist auch im Marketing der menschliche Touch unverzichtbar, aber KI hilft unglaublich dabei, kreative Prozesse zu erleichtern und zu verbessern.

Das lässt sich doch auch auf die digitale Kunst übertragen. Fotografen:innen benötigen nur noch einen Bruchteil der Zeit, um Bilder zu bearbeiten. Künstler:innen, die mit dem grafischen Design von Druckmedien, etc. beauftragt werden, können Aufträge dank KI deutlich schneller erfüllen.

Das sieht Katrin auch so. Gestalterische KI-Tools wie Midjourney haben das Potenzial, Stockfotos zu ersetzen. KI lässt sich auch dazu verwenden, einzelne Bildkomponenten zu kreieren, die dann aber von den Künstler:innen zu einem Gesamtwerk vereint werden. Das beschleunigt den gestalterischen Output der Künstler:innen, was sich positiv auf den Verkauf der Kunstwerke auswirken kann.

Was laut Katrins Erfahrung hingegen nicht funktioniert, ist das komplette Kunstwerk von KI fertigen zu lassen. Sie hat Midjourney mit unzähligen Prompts gefüttert, die ihre Idee eines Bildes wirklich gut beschreiben. Die Resultate waren allerdings nicht akzeptabel. An dieser Stelle ist es also deutlich effektiver, die Komplett-Komposition selbst zu machen und KI-Tools tatsächlich nur als unterstützende Helfer einzusetzen.

Der beste(?) Umgang mit KI in der Kunst

Transparenz ist das Zauberwort. Darüber sind sich Katrin und ich einig. Das bezieht sich auf fast alle Touchpoints, die wir als User:innen mit AI in der Kunst haben.

Wie gehen beispielsweise die KI-Plattformen mit den Kunstwerken um, die hochgeladen werden. Wenn Katrin eines ihrer Bilder auf Midjourney hochlädt, um es von der KI analysieren und/oder beschreiben zu lassen, dann wird das Werk als Allgemeingut behandelt. Nutzungsrechte und Copy Rights? Fehlanzeige. Da ist die Adobe-AI «Firefly» deutlich ausgefeilter und fairer. Diese wird ausschliesslich mit alten Stockfotos trainiert, deren Copy Rights abgelaufen sind. Laden Künstler aktuelle Bilder von ihnen auf Firefly hoch, dann werden sie finanziell dafür entschädigt.

Und wie verhält es sich mit den Künstler:innen, deren Kunstwerke mithilfe oder sogar explizit von KI-Tools kreiert wurden? Soll man da ehrlich mit umgehen? Oder sich schweigend jeglicher Diskussion entziehen?

Fakt ist, dass nur ein transparenter, zielgerichteter Umgang mit KI in der Kunst – und auch in allen anderen Bereichen wie beispielsweise im AI Marketing – dazu führt, dass Menschen sich dieser neuen Entwicklung gegenüber öffnen.

Dennoch müssen wir der Tatsache ins Auge blicken, dass KI durchaus dazu befähigt, Kunst zu zerstören. Das Handwerk an und für sich ist in Gefahr. Besonders im Hinblick auf die digitale Kunst machen es KI-Tools wie Midjourney & Co. simpel, Bilder zu produzieren: Einfach einen Prompt aus der Galerie kopieren, eingeben und fertig ist die Kunst.

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mein Fazit zum Thema «KI in der Kunst»

Wie im AI Marketing auch, werden künstliche Intelligenzen in der Kunstszene eine zunehmend gewichtigere Rolle spielen. Ich bin ganz bei Katrin in ihrer Prognose, dass KI das Handwerk «Kunst» nicht ersetzen kann. Hier spielen unsere einzigartigen, menschlichen Eigenheiten und Fähigkeiten eine zu grosse Rolle. Das Empfinden, das Intuitive, das Unberechenbare, unser Bauchgefühl. All das lässt sich eben nicht in Algorithmen pressen und anhand von Pixel-Berechnungen darstellen.

Dennoch greift KI in die Kunst ein. Sie liefert neue Ideen, schafft mehr Zeit und Raum für Kreativität, macht die Kunst an und für sich zugänglicher. Auch für Menschen, die zwar keinen geraden Strich zu Papier bringen können, deren Kopf aber voller Meisterwerke steckt.

Katrins digitale Kunst zeigt beeindruckend, was mit herkömmlichen Softwarelösungen wie Photoshop & Co. sowie mit diversen KI-Tools alles möglich ist. Das Fundament und der rote Faden sind und bleiben aber immer die eigene Kreativität, die Leidenschaft, etwas Schönes kreieren zu wollen, sowie das Verständnis für das Handwerk.

AI im Marketing, beziehungsweise in der Kunst ist ein sehr diskutierfreudiges Thema. Sowohl Katrin als auch ich freuen uns auf deine Fragen und/oder Anregungen. Egal, ob auf unseren jeweiligen LinkedIn-Accounts oder einfach als Kommentar zum Artikel.

Shownotes

⁠Linkedin von Kathrin Federer

Newsletter

Neue Artikel per Mail gefällig?

Hat alles geklappt!
Irgendwas ist schief gelaufen...
Digital Marketing Strategie

Du willst wissen ob wir
zusammenpassen?

Nichts einfacher als das.

Fragebogen starten!